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Künstliche Intelligenz Die neue «Meta-KI» bei Whatsapp ist praktisch, aber problematisch

«Meta AI» heisst die neue Künstliche Intelligenz (KI), die nun auch in Europa auf Whatsapp, Instagram und Facebook verfügbar ist. SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren beantwortet Fragen über deren Funktion in alltäglich genutzten Apps auf dem Handy.

Jürg Tschirren

Digitalredaktor

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Jürg Tschirren hat Zeitgeschichte und Journalismus studiert. Er arbeitet seit 2007 für SRF und berichtet über IT, Kommunikation, Unterhaltungselektronik, digitale Distribution, soziale Netzwerke, Datenschutz, Computersicherheit und Games.

Was hat es mit der Meta-KI auf sich, die uns überall begegnet?

Meta KI ist wie ChatGPT ein sogenanntes grosses Sprachmodell. Das Modell bei Whatsapp, Instagram und Facebook ist zwar nicht das allerneueste, aber eines der wirkungsvollsten von Meta. Es funktioniert wie alle Sprachmodelle, die mit sehr vielen Daten so trainiert wurden, dass es weiss, wie menschliche Sprache funktioniert und welches Wort am ehesten auf das Vorangegangene folgt. Es ist eigentlich eine statistische Maschine, die nach Wahrscheinlichkeiten bestimmt, was als Antwort auf eine Frage passt. In den USA gibt es diese KI schon seit 2023. In Europa hat die EU mit Meta über strengere Regeln beim Datenschutz verhandelt, darum hat Meta-KI in Europa etwas weniger Funktionen.

Was kann Meta-KI, die wir in so vielen Apps drin haben?

Sie kann Fragen beantworten und somit all das, was solche Sprachmodelle können. Sie kann Recherchearbeit abnehmen und Bilder generieren, vor allem mit letzterem wirbt Meta. Man kann zum Beispiel sagen: «Stell dir vor, ich sei ein Superheld», schickt ein Bild mit und die KI manipuliert dieses dann entsprechend. Auf Whatsapp kann die KI auch in einen Chat eingeladen werden. Sie sieht, was geschrieben worden ist und weiss aus Trainingsdaten, wie menschliche Antworten funktionieren, und macht so Vorschläge, was man schreiben könnte.

Auf Whatsapp sind Nachrichten von Ende zu Ende verschlüsselt. Ändert sich etwas daran, wenn eine KI drin ist?

Ja, die Verschlüsselung ist dann nicht mehr gegeben. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung heisst, dass nur die beiden Parteien oder alle in einer Chatgruppe sehen, was geschrieben wird. Die Stelle dazwischen, also Meta, weiss das nicht. Die Nachrichten gehen von Person zu Person, ohne dass Meta etwas mitbekommt. Wenn die KI nun aber eine Antwort geben soll, muss die natürlich wissen, was geschrieben worden ist und liest die Chats mit. Wenn man also die KI in einem Chat aufruft mit «@Meta AI», dann liest sie mit (Funktion in der Schweiz noch nicht aktiv).

Aber warum fragt mich niemand, ob ich die KI überhaupt will?

Wenn die Leute gefragt würden, ob sie das wollen, würden sehr viele Nein sagen. Aber Meta will ja, dass möglichst viele Menschen diese App testen. Darum spielt man diese KI den Nutzern halt einfach ungefragt aufs Handy und erreicht so eine viel grössere Nutzerbasis.

Handy-Bildschirm mit Social-Media-Apps.
Legende: Die Apps Instagram, Facebook und Whatsapp stammen alle vom Medienunternehmen Meta, der Dachmarke des Facebook-Konzerns. Keystone / DPA, JENS BÜTTNER

Wie nutze ich Meta-KI am besten und wie werde ich diese KI wieder los?

Die KI sagt zwar, es sei einfach, die KI zu entfernen. Aber sie hat einfach eine Antwort gegeben, die sie auch bei anderen technischen Fragen gegeben hätte. In diesem Fall passt aber die Antwort offensichtlich nicht. Die KI lässt sich nicht entfernen, sie ist auf dem Gerät drauf. Chatverläufe können gelöscht werden, aber die KI zu entfernen, geht nicht. Man muss also schauen, dass die KI nicht zu viele Daten von einem sammelt. Denn Meta ist ein Unternehmen, das vor allem auf das Sammeln von Daten spezialisiert ist, um personalisierte Werbung anzeigen zu können. Ein Chatbot funktioniert wie eine Art virtueller Freund, dem man vielleicht auch mal Sachen anvertraut, die man in der Öffentlichkeit nicht sagen würde. Aber dieser virtuelle Freund ist einer, der sofort alles an Meta weitererzählt. Man muss also aufpassen, was man in diesem Chatbot schreibt und zurückhaltend sein, welche Daten man preisgibt.

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News Plus, 1.4.2025, 16:00 Uhr ; 

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