Donald Trump heizt den Handelsstreit mit dem Rest der Welt weiter an. Die USA wollen höhere Zölle für importierte Autos und Einzelteile einführen. Damit soll gemäss dem US-Präsidenten die einheimische Autoindustrie gestärkt werden. SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim beantwortet die wichtigsten Fragen.
Welche Zölle führt Donald Trump ein?
Ab dem 3. April sollen alle Autos, die in die USA importiert werden, mit einem Zoll von mindestens 25 Prozent belegt werden. Die höheren Zölle kommen zusätzlich zu allenfalls bestehenden Abgaben hinzu. Gleiches gilt auch für einzelne Komponenten. Bis spätestens anfangs Mai 2025 gilt auch für sie ein Zollzuschlag von 25 Prozent.
Was sind die Folgen für US-Konsumentinnen und Konsumenten?
Die Autofahrerinnen und Autofahrer in den USA werden die Folgen der höheren Zölle als Erstes spüren: Naheliegend ist, dass neue Autos teurer werden, weil die Hersteller die Zuschläge ganz oder teilweise an die Kundschaft weitergeben. Dementsprechend weicht die Bevölkerung allenfalls auf günstigere Neuwagen aus, fährt ihr altes Auto länger oder kauft stattdessen ein Occasion-Fahrzeug. Denkbar ist auch, dass das Angebot kleiner wird, weil Firmen jene Modelle nicht mehr anbieten, die sie bislang aus dem Ausland in die USA importiert haben. Mit einem solchen Schritt würden auch keine Zölle fällig.
Welche Auswirkungen haben die Zölle grundsätzlich für die Autohersteller?
Zuerst einmal bedeutet es viel bürokratischen Aufwand für die ganze Autobranche. Moderne Autos bestehen aus Zehntausenden von Einzelteilen, die global produziert werden: Werden die Komponenten vollständig in den USA hergestellt, sind sie zollbefreit. Werden sie teilweise in den USA produziert, werden sie gemäss Warenwert anteilsmässig verzollt. Da jedoch viele Produkte die Grenzen mehrfach queren, wird der Zoll jedes Mal fällig. Entsprechend aufwändig und umständlich ist die Zollabfertigung. Die Folgen: Die Produktionskosten steigen.
Werden die Autohersteller ihre Produktion in die USA verlagern?
Grundsätzlich werden sich die Autohersteller diese Überlegungen machen. Eine neue Fabrik zu bauen, geschieht allerdings nicht von heute auf morgen. Ein solcher Schritt ist teuer und dauert Jahre, vom Entscheid bis zur Umsetzung. Nebst der eigentlichen Produktionsstätte müssen auch die Lieferketten angepasst werden. Gleichzeitig sind die grossen Hersteller heute schon in den USA präsent und produzieren meist ihre jeweils populärsten Fahrzeuge schon vor Ort. In solchen Fällen ist eine Verlagerung oder Ausweitung der Produktion einfacher.
Was heisst das für die Schweizer Autozulieferer?
Auch die Schweizer Zulieferbetriebe werden – direkt oder indirekt – von den Zöllen betroffen sein.
Direkt: Wenn sie aus der Schweiz heraus Bestandteile für Autohersteller in den USA liefern, werden diese künftig ebenfalls mit einem 25-Prozent-Zoll belegt werden. Da stellt sich die Frage, ob die Schweizer Zulieferer immer noch zum Zug kommen oder ob sie das Nachsehen haben gegenüber günstigeren Lieferanten beispielsweise aus den USA. Fraglich ist, ob sie ihre Produktion allenfalls in die USA verlagern können oder nicht.
Indirekt: Die meisten Schweizer Betriebe beliefern vor allem die europäische Autoindustrie. Deshalb sind sie stark davon abhängig, wie deren Geschäftsgang künftig sein wird und inwiefern die Hersteller auch in Zukunft noch auf Schweizer Komponenten setzen werden.