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Trotz Musk-Millionen Wisconsin wählt Demokratin Susan Crawford in Oberstes Gericht

  • Der US-Bundesstaat Wisconsin hat eine neue Richterin für den Obersten Gerichtshof gewählt.
  • Die von den Demokraten unterstützte Susan Crawford setzte sich dabei klar gegen den von den Republikanern unterstützten Brad Schimel durch.
  • Die Wahl gilt als erster richtiger Stimmungstest seit Donald Trumps zweitem Amtsantritt im Januar.

US-Präsident Donald Trump muss bei der Richterwahl im Bundesstaat Wisconsin eine Niederlage einstecken: Nach Auszählung von 96 Prozent der abgegebenen Stimmen bei der Richterwahl in Wisconsin liegt die Demokratin Susan Crawford mit mehr als 54 Prozent klar in Führung.

Den Wahlsieg wird ihr der von Präsident Trump und Tech-Milliardär Elon Musk unterstützte Kandidat Brad Schimel nicht mehr nehmen können. Der Supreme Court von Wisconsin bleibt damit in liberaler Hand.

Deutliches Resultat im Swing State Wisconsin

Wisconsin ist ein sogenannter Swing State und hatte bei der US-Präsidentenwahl im November 2024 klar für Donald Trump gestimmt, nachdem eine knappe Mehrheit 2020 noch den Demokraten Joe Biden gewählt hatte.

Entsprechend erstaunlich ist nun das deutliche Resultat für die liberale Kandidatin, die von der politischen Gegenseite mit massivem Einsatz bekämpft worden war. So steckten allein Elon Musk und seine Verbündeten laut der «New York Times» mehr als 20 Millionen Dollar in den Wahlkampf ihres Kandidaten Brad Schimel.

Die Wählerinnen und Wähler haben ein deutliches Zeichen gesetzt.
Autor: Barbara Colpi USA-Korrespondentin

Doch auch auf demokratischer Seite flossen Millionenbeträge in den Wahlkampf. Mit insgesamt über 90 Millionen Dollar war die Richterwahl laut dem Brennan Center die teuerste der US-Geschichte.

Eine Niederlage für Trump und Musk

«Das Resultat ist eine empfindliche Niederlage für Trump und Musk», sagt die USA-Korrespondentin von SRF, Barbara Colpi. Zumal Musk mit seinen Aktionen im Wahlkampf für Aufsehen sorgte. So hatte er etwa zwei Checks von je einer Million Dollar unter den Unterschreibenden einer Petition verlost. Diese wendet sich gegen «aktivistische Richter».

Und so sei die Wahl für die Demokraten zu einem Referendum über Trump und Musk geworden, das sie verloren hätten, so die Korrespondentin. «Die Wählerinnen und Wähler haben ein deutliches Zeichen gesetzt.»

Seit 2023 haben die Demokraten im Obersten Gericht Wisconsins die hauchdünne 4:3-Mehrheit. Hätte Schimel die Wahl gewonnen, hätten die Republikaner die Mehrheit zurückerlangt.

Wichtige Entscheidungen stehen an

Das Wahlresultat könnte schon bald wichtige Entscheide des Supreme Courts von Wisconsin beeinflussen. So wird er sich schon bald mit einem Abtreibungsverbot befassen, das sich auf ein Gesetz von 1846 beruft.

Eine weitere Entscheidung steht über die Ziehung der Wahlkreise im Bundesstaat an. Derzeit sind die Wahlkreise so eingeteilt, dass die Republikaner bevorteilt werden. Wird dies geändert, könnten die Demokraten bei den Zwischenwahlen in anderthalb Jahren den Republikanern womöglich bis zu drei Sitze abluchsen.

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SRF 4 News, 2.4.2025, 5:00 Uhr ; 

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