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Detailhandel Das Migros-Imperium – was verkauft wurde und was bleibt

Es ist die grösste Restrukturierung in seiner 100-jährigen Geschichte. Ein Überblick zum Migros-Konzern im Umbau.

Verkäufe und Schliessungen

  • ALNATURA: Den Betrieb der 25 Bio-Supermärkte gibt die Migros mittelfristig auf. Die Migros konzentriert sich bei Bio-Artikeln auf eigene Absatzkanäle.
  • BESTSMILE: Die Kieferorthopädie-Kette stellte per Ende Januar ihren Betrieb ein. Das Geschäft des Start-ups lief nicht, wie erhofft.
  • BIKE WORLD: Der Fahrradhersteller Thömus mit Sitz in Oberried bei Bern übernahm fast alle der 14 Standorte des Migros-Velofachmarkts.
  • DO-IT-GARDEN: Für die Bau- und Gartencenter fand die Migros keinen Käufer. Die meisten der 31 Filialen schliessen bis Ende Juni 2025.
  • FOODNOW: Der 2020 gestartete Essenslieferdienst wurde per Ende Mai 2024 eingestellt.
  • HOTELPLAN: Die Reisetochter wird an die deutsche Konkurrentin Dertour verkauft.
  • MELECTRONICS: Mediamarkt übernahm per November 2024 20 Standorte der Elektronikfachmarkt-Kette.
  • MICASA: 30 Möbel- und Wohnfachmärkte verkauft die Migros ans bisherige Management.
  • MISENSO: Die erst 2020 gegründete Hörgeräte- und Optikergeschäftskette wurde im Sommer 2024 an die österreichische Neuroth-Gruppe verkauft.
  • OBI: Alle zehn Baumarkt-Filialen, welche die Migros bisher im Franchising-System betrieben hat, werden durch die deutsche OBI-Gruppe weitergeführt.
  • SPORTX: 27 Standorte der Sport-Fachmärkte gingen per März 2025 an die Dosenbach-Ochsner-Gruppe.
Migros-Zentrale in Zürich
Legende: Mehrere Geschäftsteile machte die Migros zu oder stiess sie ab, für Mibelle sucht sie noch Käufer. Keystone/ MICHAEL BUHOLZER

Was bei der Migros bleibt

  • DETAILHANDEL: Der Bereich ist das erklärte Kerngeschäft der Migros. Das Geschäft in den Supermärkten blieb stabil.
  • DENNER: Der Discounter beschäftigt knapp 6500 Mitarbeitende. 2024 kam das Geschäft nicht wie geplant vom Fleck.
  • GASTRONOMIE: Die Migros-Restaurants und andere Gastronomieformate werden von den regionalen Genossenschaften geführt. Insgesamt gehört die Migros zu den grössten Restaurantbetreiberinnen der Schweiz. 
  • ONLINE: Schub verleiht der Migros der starke Online-Handel. Dieser legte im vergangenen Jahr um 10.1 Prozent auf 4.5 Milliarden Franken Umsatz zu. Der Löwenanteil stammte vom Onlinewarenhaus und Elektronikanbieter Digitec-Galaxus.
  • INDUSTRIE: Die Migros Industrie konzentriert sich als Produzentin für die Migros-Gruppe auf den Kernmarkt Schweiz und auf die Produktion von Eigenmarken für Dritte.
  • MEDBASE: Die im Gesundheitsbereich tätigte Gruppe, zu der auch Zahnarztzentrum.ch gehört, zählt die Migros ebenfalls zu einem Kernbereich ihrer Tätigkeit.
  • MIGROS-BANK: Das Bankengeschäft mit satten Gewinnen zählt die Migros ebenfalls weiterhin zu einem ihrer Kernbereiche.
  • MIGROLINO: Die Tochter, der derzeit mehr als 350 Convenience-Shops angehören, will weiterwachsen. In den letzten gut zehn Jahren hat Migrolino den Umsatz mehr als verdreifacht.
  • MOVEMI: Die Tochter – mit 260'000 Trainierenden die grösste Schweizer Fitnessanbieterin – führt seit 2022 alle Fitnessanlagen der Migros.
  • TEGUT: Für den chronisch defizitären Einzelhändler setzte die Migros Zürich eine Frist bis Ende 2026. Wenn die deutsche Tochter bis dahin schwarze Zahlen schreibt, hat das Unternehmen nach Angaben der Migros eine Zukunft – sonst nicht.
Schild der Migros-Bank
Legende: Sehr profitabel: Die Bank hat rund 1.2 Millionen Kundinnen und Kunden mit Kundeneinlagen von 46 Milliarden Franken. Die Bank schrieb vergangenes Jahr einen Gewinn von 282.1 Millionen Franken. Keystone/MICHAEL BUHOLZER

Noch ohne Käufer

  • MIBELLE: Die Kosmetik- und Hygienetochter Mibelle steht zum Verkauf. L'Oréal übernimmt dabei die kleine südkoreanische Mibelle-Tochter Gowoonsesang. Für den Rest wurde bislang noch kein Käufer bekannt.

SRF 4 News, 25.03.2025, 10 Uhr ; 

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