Die Temperaturen steigen und die meisten Freibäder starten schon bald in die Saison. Viele Menschen freuen sich auf den Sommer. Einige Kältefans jedoch wünschen sich nichts sehnlicher, als dass das Wasser in den Flüssen und Seen auch im Sommer eisig kalt bleiben möge.
Ein paar von ihnen besuchten am Wochenende im Seebad Utoquai in Zürich die laut Organisatoren erste Eismesse der Schweiz. Dort konnten sie Gleichgesinnte treffen und Wannen fürs Kältetraining austesten. Diese sollen ihnen über die warme Jahreszeit helfen.
Der Schweizerische Kältetrainingsverband hat die Messe organisiert. Dessen Gründer, Simon Hegener sagt, die Szene rund um das Eisbaden sei noch jung. Mit der Messe könnten die Leute alles an einem Ort ansehen.
Zu wenig Platz für eine Eisbadewanne
Diese Gelegenheit hat beispielsweise Sandra ergriffen. Im Badekleid und mit einer Mütze auf dem Kopf steht sie im Seebad Utoquai neben einer grossen Wanne. Den kalten Zürichsee im Winter sei sie gewohnt, sagt sie. Doch dieser sei aktuell bereits sieben Grad warm.
Grundsätzlich finde ich es schöner, in einem offenen Gewässer zu schwimmen.
«Wenn ich jetzt die Möglichkeit habe, nochmals in den Januar zu springen und in das drei Grad kalte Wasser zu gehen, bevorzuge ich das natürlich», sagt sie und steigt langsam in die Wanne.
Sie habe zu Hause in ihrer Wohnung keinen Platz für eine Eisbadewanne. Und grundsätzlich finde sie es schöner, in einem offenen Gewässer zu schwimmen. «Dort hat man eine bessere Aussicht und kann mit dem ganzen Körper ins Wasser eintauchen.» Aber wenn das zu zeitaufwändig sei und man den nötigen Platz habe, sei eine Eisbadewanne sicherlich eine gute Alternative, lautet das Fazit von Sandra.
Eisbadewanne soll kein «Stromfresser» sein
Doch ist es aus ökologischer Sicht nicht unsinnig, Wasser im Sommer derart stark herunterzukühlen? Ihre Wanne soll kein Stromfresser sein, entgegnet etwa Sven Widmer, der mit seiner Firma sogenannte «Cold Plunges» verkauft. Er sagt: «Das war uns sehr wichtig. Wir haben bei der Entwicklung darauf geachtet.»
Mit einer Isolationsschicht von bis zu 20 Zentimetern sei ihre Wanne gut geschützt. Sie benötige etwa 600 Watt – was ungefähr der Leistung eines starken Industriestaubsaugers entspricht. In Zukunft soll ihre Wanne zudem auch mit Solarstrom betrieben werden können.
Wer wie Sandra jedoch keinen Platz hat für eine Eisbadewanne, für den hat die Kälteliebhaberin einen Tipp. Wenn es wärmer wird, nutzt sie ein Becken im Saunabereich ihres Fitnessstudios. Das Wasser dort habe ungefähr 14 Grad. «Damit muss ich halt leben, bis es wieder kälter wird», sagt sie und lacht.