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US-Zolldrohungen Trump droht mit dem Zollhammer – das ist bekannt

Der US-Präsident will weitreichende Zölle verkünden. Treffen könnte es jeden – auch die Schweiz.

Worum geht es? Trump will neue, «wechselseitige Zölle» ankündigen: Damit wollen die USA überall dort Zölle anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner. Eine solche «Zollsymmetrie» ist jedoch international nicht gang und gäbe. Weltweit, besonders etwa in der EU, wird Trumps Ankündigung mit Sorge erwartet.

Was will Trump damit bezwecken? Trump wirft anderen Ländern vor, die USA unfair zu behandeln. Gleichzeitig dürften die Zölle ihm helfen, sein kostspieliges Wahlversprechen umfassender Steuersenkungen gegenzufinanzieren. Neben mehr Steuereinnahmen erhofft er sich von den neuen Zöllen einen Boost für die US-Industrie, neue Arbeitsplätze und ein geringeres Handelsbilanzdefizit.

Container am Hafen von Oakland mit Stoppschild im Vordergrund.
Legende: Auf den Import von Autos sowie von Stahl- und Aluminiumprodukten hat Trump bereits hohe Zölle verkündet. REUTERS / Carlos Barria

Ab wann gelten die Zölle? Heute Mittwoch, um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr Schweizer Zeit), verkündet Trump die neuen Zölle im Rosengarten des Weissen Hauses. Das Weisse Haus kündigte an, die Zölle würden sofort in Kraft treten. Möglich ist aber auch, dass die Zölle als Druckmittel dienen. Bei diesem Szenario könnte Trump überzeugt werden, die Zölle vorübergehend wieder auszusetzen – um dann mit Verhandlungen zu beginnen.

Welche Länder sind betroffen? Treffen könnte es viele – alle wichtigen Handelspartner der USA. Zuletzt hatte Trump vor allem über die EU geschimpft. Ihn stört, dass europäische Unternehmen insgesamt deutlich mehr Waren in den USA verkaufen als amerikanische Firmen in der EU. Aber auch «Universalzölle» stehen weiter im Raum – also ein Zoll-Rundumschlag, an alle Länder gerichtet.

Warnung aus der EU

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Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden die USA neue Sonderzölle auf die Einfuhr von Halbleitern, Pharmazeutika und Holz erheben. Zudem erwarte man eine weitere Ankündigung zu sogenannten reziproken Zöllen, so von der Leyen am Dienstag in Strassburg. Die EU-Kommissionschefin warnte erneut vor den Folgen eines möglichen Handelskriegs und betonte die Verhandlungsbereitschaft der EU. Zugleich machte sie deutlich, dass die EU im Fall einer unzureichenden Gesprächsbereitschaft der USA mit Gegenmassnahmen reagieren wird. «Unser Ziel ist eine Verhandlungslösung. Aber wenn es nötig ist, werden wir natürlich unsere Interessen, unsere Bevölkerung und unsere Unternehmen schützen.»

Was wird in der Schweiz erwartet? Auch die Schweiz könnte es treffen. Der Bundesrat hat für heute, Mittwoch, eigens eine Klausur einberufen. Die grösste Befürchtung etwa ist, dass die Schweiz als ein Land der «Dirty 15» abgestraft wird. Gemeint damit sind die 15 Prozent der Länder, die mit den USA intensiv Handel betreiben und bei denen Zölle oder andere Regeln in Kraft sind, die US-Firmen benachteiligen könnten. Die Schweiz hat einen hohen Handelsüberschuss gegenüber den USA – exportiert also mehr Güter in die USA, als sie aus den USA importiert. Bei Dienstleistungen hingegen ist die Schweiz gegenüber den USA mehr Kundin als Anbieterin. Auch von Vorteil ist, dass die Schweiz seit Januar 2024 keine Zölle mehr auf Industriegüter erhebt.

Welche Zölle sind geplant? Die Art der Zölle ist noch unbekannt. Zuletzt deutete sich an, dass Trump einfach pauschale Zölle verhängen könnte. Die Abgaben würden in diesem Fall nicht einzelne Waren oder Branchen betreffen, sondern alle Waren der betroffenen Länder. Trump hatte aber auch schon mit Zöllen für bestimmte Branchen gedroht, darunter auf Pharmaprodukte. Diese würden die Schweiz besonders hart treffen: Die Pharma- und Chemieindustrie ist ihre wichtigste Exportbranche. Zudem kündigte der US-Präsident an, auch andere Handelshemmnisse in den Blick zu nehmen – etwa strenge Einfuhrvorgaben oder Subventionen.

Diese Zölle stehen bereits fest

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  • Zölle auf die meisten Importe von Mexiko (25 Prozent), Kanada (25 Prozent) und China (20 Prozent)
  • Seit Mitte März: Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25 Prozent
  • Ab 2.4.: Zölle auf landwirtschaftliche Produkte
  • Ab 3.4.: Zölle auf Autoimporte (25 Prozent)

Was wären die Folgen? Die Auswirkungen für den Markt wären weitreichend. In erster Linie wären die Unternehmen betroffen. Diese könnten die höheren Kosten an die Kunden weitergeben: In dem Fall würden die Produkte teurer – weltweit, auch in den USA. Steigende Preise hätten wiederum eine sinkende Nachfrage zur Folge. Die Auswirkungen hängen aber nebst Trumps Ankündigungen auch stark von möglichen internationalen Gegenmassnahmen ab. Offen bleibt auch, wie die Börsianer auf Trumps Ankündigungen reagieren. Der Markt bleibt volatil.

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Trend, 28.3.2025, 08:10 Uhr ; 

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