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«Arena» zur Bundesratswahl Martin Pfister oder Markus Ritter – wer hat die Nase vorn?

Das Ticket für den Sitz der Mitte im Bundesrat steht. Bei der SP kommen die beiden Kandidaten gar nicht gut an. Die bürgerlichen Parteien sprechen von einer «valablen Auswahl». Nun müssen sich Martin Pfister und Markus Ritter in den Hearings beweisen.

Das offizielle Ticket für die Nachfolge von Bundesrätin Viola Amherd steht: Die Mitte empfiehlt der Vereinigten Bundesversammlung, am 12. März entweder den Zuger Regierungsrat Martin Pfister oder den St. Galler Nationalrat Markus Ritter zu wählen. Der Ticketentscheid der Mitte-Fraktion kommt wenig überraschend – schliesslich stellten sich neben Pfister und Ritter keine weiteren Parteimitglieder zur Wahl.

Die Gäste in der «Arena»:

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Vor allem bei der Linken stösst das Ticket allerdings auf heftige Kritik – etwa bei SP-Ständerätin Franziska Roth: «Ich bin nicht zufrieden mit dieser Auswahl. Es sind zwei Herren, die am rechten Rand der Partei politisieren.» Ritter spiele seine Macht zugunsten der industriellen Landwirtschaft aus und Pfister politisiere für den Geldadel, nicht für die Menschen. Und, so Roth: «Die beiden Herren unterscheiden sich nicht sehr voneinander.»

Das sieht Mitte-Ständerat Pirmin Bischof völlig anders: «Es ist wirklich eine Auswahl von zwei verschiedenen Persönlichkeiten.» Er sei an der Fraktionssitzung am Freitag erstaunt gewesen, wie unterschiedlich die beiden Kandidaten seien. Während Bauernverbandspräsident Ritter resolut auftrete und ländlich geprägt sei, erscheine Pfister zurückhaltender und sei urbaner geprägt.

Droht eine wilde Wahl?

SVP-Nationalrat Michael Graber bezeichnet die Auswahl auf dem Ticket als «korrekt». Seine Partei werde den beiden Kandidaten in den anstehenden Hearings kritische Fragen stellen und vor allem deren Position zur Armee, zur EU sowie zur Neutralität herausspüren wollen. Und Graber kündigt an: «Ich werde mich an das Ticket halten.»

Ähnlich äussert sich FDP-Ständerat Matthias Michel: «Ohne Not würde ich nicht vom Ticket abweichen.» Gleichzeitig verweist Michel auf die Qualitäten von Kandidat Pfister, mit dem er vor seiner Wahl in den Ständerat gemeinsam im Zuger Regierungsrat sass: «Ich kenne ihn als integrierende Führungskraft, die entscheiden kann und die Leute mitnimmt.» Er sei kein Einzelgänger.

SP-Ständerätin Roth bekräftigt zwar, dass auch sie am 12. März «ziemlich sicher» eine Person aus der Mitte wählen werde. Sie behalte sich allerdings vor, auch eine Person zu wählen, die nicht auf dem Mitte-Ticket steht. Sie halte «nicht viel von einem Ticketzwang».

Gesucht: Ein kollegialer Bundesrat

Auch Pirmin Bischof findet, man könne durchaus darüber diskutieren, ob der Ticketzwang schlau sei oder nicht. Im aktuellen Fall erwarte er jedoch, dass das Parlament eine Person auf dem Ticket wähle.

Derweil warnt FDP-Ständerat Michel vor Spielereien: Es gehe darum, eine Person in eine Regierung zu wählen, «die massgeblich unsere Geschicke mitbestimmt». In Zeiten grosser Spannungen brauche es nun einen Bundesrat, der für das Kollegium einstehe. Dem pflichtet SP-Ständerätin Roth bei: «Die Schweiz ist nur stark mit einem geeinten Bundesrat.»

Ich kann mir vorstellen, dass es im Parlament relativ knapp werden könnte.
Autor: Pirmin Bischof Ständerat Die Mitte/SO

SVP-Nationalrat Graber wünscht sich in erster Linie einen Bundesrat, der bereit sei, die «Missstände» im frei werdenden Verteidigungsdepartement zu beheben.

Noch ist offen, wer am 12. März das Rennen macht. Es könnte eng werden, das bekräftigt auch Mitte-Parteileitungsmitglied Bischof: «Ich kann mir vorstellen, dass es im Parlament relativ knapp werden könnte.»

Arena, 21.02.2025, 22:25 Uhr

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