Die in den USA angekündigten Zölle haben an der Börse ein Beben ausgelöst. Zum Teil sind die Kurse drastisch eingebrochen. Die Geschäftsmodelle etlicher Firmen sind infrage gestellt. Die Wochenbilanz der Börse mit einigen der grössten Verlierer.
1. SMI mit rabenschwarzer Bilanz
Der Swiss Market Index ist diese Woche um fast 10 Prozent eingebrochen und schliesst auf dem Stand von 11'649 Punkten. Allein die 20 grössten Schweizer Aktientitel haben diese Woche mehr als 120 Milliarden Franken an Wert verloren. Das ist der Buchwert, der so stark gefallen ist. Bereits am Donnerstag nach Ankündigung der Zölle ging es nach unten. Nun wurde der Abwärtstrend nochmals verstärkt, nachdem China Gegenmassnahmen angekündigt hatte.
2. Logitech verliert bei SMI-Titeln am meisten
Der Aktienkurs der Westschweizer Firma Logitech fällt diese Woche um 22 Prozent, das heisst, die Firma ist fast ein Viertel weniger wert als vor der Ankündigung der Zölle. Das Unternehmen aus der Westschweiz macht Computerzubehör, wie zum Beispiel Computermäuse. Logitech produziert in verschiedenen Billiglohnländern und liefert die Ware in die USA und ist entsprechend von den Zöllen betroffen.
3. UBS, ABB, Partners Group
Die neue isolationistische Handelspolitik der USA führt zu Turbulenzen an den Börsen und dies ist schlecht für das Geschäft der Banken. Die Aktienkurse von UBS und Partners Group stürzen diese Woche um je 17 Prozent ab. ABB wiederum verzeichnet diese Woche einen Kursrückgang von 13 Prozent. Die Handelspolitik der USA führt dazu, dass Investitionen gestoppt werden. Dies trifft Firmen wie ABB, die Industrieanlagen baut.
4. On stark betroffen
Das Unternehmen produziert seine Schuhe vor allem in Vietnam. Trump kündigte diese Woche für Vietnam einen Zoll von 46 Prozent an. Das heisst, die Produkte des Schweizer Herstellers werden in den USA massiv teurer. Der Aktienkurs der On Holding ist allein am Donnerstag um 16 Prozent eingebrochen. Am Freitag hat sich der Kurs etwas erholt. Vietnam kündigte an, die Zölle auf Produkte aus den USA zu streichen, dies öffnet die Türe für einen Kompromiss.
5. Nike, Adidas und Under Armour
On ist nicht allein. Auch die anderen grossen Hersteller von Sportartikeln produzieren in Billiglohnländern. Die Firmen haben aufgrund der geopolitischen Spannungen in den vergangenen Jahren versucht, die Produktion aus China in andere Länder zu verlagern. Nun gehen die Zölle überall nach oben. In Bangladesch zum Beispiel um 37 Prozent. Mit anderen Worten: Es gibt kaum ein Land, in welchem sich die Firmen vor den Zöllen verstecken können. Nike produziert rund die Hälfte der Sportschuhe in Vietnam, bei Adidas sind es fast 40 Prozent. Der internationale Verband der Sportartikelverkäufer spricht von einem Schock.
6. Apple gerät zwischen die Fronten
Der Techgigant gerät zwischen die Fronten. Lange Zeit produzierte das Unternehmen seine Geräte fast ausschliesslich in China. In den vergangenen Jahren wurde ein Teil der Produktion nach Indien und in andere Länder verlagert. Apple ist nun sowohl von den Zöllen in den USA betroffen als auch von den Gegenmassnahmen in China. Der Apple-Aktienkurs fällt diese Woche um mehr als zehn Prozent.
7. Kühne und Nagel und der Welthandel
Die Zölle aus den USA sind ein Rückschlag für den Welthandel. Falls die Tarife tatsächlich so durchgesetzt werden und die verschiedenen Staaten Gegenmassnahmen einführen, dann führt dies zum Rückgang im Welthandel. Das merken auch Transportunternehmen wie Kühne und Nagel. Die Aktie verliert diese Woche knapp 13 Prozent.